Welche Zahncreme ist für Kindern am besten geeignet?

Gesunde Milchzähne legen den Grundstein für ein starkes bleibendes Gebiss. Deshalb ist die Wahl der richtigen Zahncreme von großer Bedeutung, sobald sich die ersten Zähnchen zeigen. Das Angebot in Supermärkten und Drogerien ist riesig. Ganze Regale sind gefüllt mit bunten Tuben, die Schutz vor Karies und strahlend weiße Milchzähne versprechen und zudem mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen zum Kauf verlocken.

Doch welche Eigenschaften machen eine gute Kinderzahnpasta wirklich aus? Und worauf sollten Sie achten, damit die Milchzähne Ihrer Kleinen optimal gepflegt und geschützt werden? Mit unserem Ratgeber möchten wir Ihnen als Eltern die wichtigsten Fragen rund um Fluoridgehalt, Inhaltsstoffe, Menge und Geschmack beantworten, damit Sie für Ihren Nachwuchs die beste und sicherste Entscheidung treffen können.

Der richtige Fluoridgehalt ist entscheidend

Wenn es um Kinderzahncremes geht, steht ein Inhaltsstoff stets im Mittelpunkt der Empfehlungen: Fluorid. Dieser Mineralstoff hat sich in der Kariesprophylaxe als unverzichtbar erwiesen. Fluorid lagert sich in den Zahnschmelz ein, härtet ihn und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe durch Bakterien. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die regelmäßige Verwendung fluoridhaltiger Zahncreme das Kariesrisiko bei Kindern deutlich senkt.

Die entscheidende Frage ist jedoch nicht, ob Fluorid enthalten sein sollte, sondern in welcher Konzentration. Hier gibt es klare Empfehlungen von Zahnärzten und Fachgesellschaften wie der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, die vom Alter des Kindes abhängen.

Für Babys und Kleinkinder bis 2 Jahre

Verwenden Sie eine Zahncreme mit 1.000 ppm (parts per million) Fluorid. Die Menge sollte dabei sehr gering sein - etwa reiskorngroß. Zweimal tägliches Zähneputzen mit dieser geringen Menge bietet ausreichenden Schutz, ohne dass eine Gefahr durch verschluckte Zahncreme besteht.

Ab dem 2. Geburtstag bis zum 6. Lebensjahr

In diesem Zeitraum empfiehlt sich ebenfalls eine Zahncreme mit 1.000 ppm Fluorid, allerdings dann in etwa erbsengroßer Menge. Diese Konzentration ist effektiv für den Kariesschutz und bei korrekter Dosierung unbedenklich.

Ab 6 Jahren

Mit dem Durchbruch der ersten bleibenden Backenzähne (6-Jahr-Molaren) und zunehmender Putzsicherheit können Kinder zur Erwachsenenzahncreme mit 1.450 ppm Fluorid wechseln. In diesem Alter sind die motorischen Fähigkeiten meist so weit entwickelt, dass Kinder gezielter ausspucken können und weniger Zahncreme verschlucken.

Warum sollt die stärkere Erwachsenenpasta nicht früher genommen werden?

Die Sorge gilt der Dentalfluorose. Dabei handelt es sich um eine harmlose, aber kosmetisch störende Schmelzstörung, die durch eine chronische Überdosierung von Fluorid in den ersten Lebensjahren entstehen kann. Sie zeigt sich als weißlich-matte Flecken auf den bleibenden Zähnen. Durch eine altersgerechte Dosierung von Menge und Konzentration kann dieses Risiko sicher vermieden werden.

Welche Rolle spielt der Geschmack?

Für Kinder spielt der Geschmack der Zahncreme eine große Rolle. Ist sie zu scharf, verweigern die meisten Kinder das Zähneputzen. Viele Hersteller bieten fruchtige Aromen wie Erdbeere, Himbeere oder milde Minze an, die die Kinder zur Zahnpflege motivieren sollen.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Der Geschmack sollte angenehm, aber nicht zu süß oder lecker sein. Zahncreme ist kein Nahrungsmittel und sollte auch nicht als solches wahrgenommen werden. Zu verlockende Geschmacksrichtungen können dazu führen, dass Kinder die Zahncreme gezielt schlucken oder mehr verwenden als notwendig. Eine nicht zu intensive Geschmacksrichtung ist daher ideal. Sie macht das Zähneputzen angenehm, ohne falsche Anreize zu setzen.

Was ist bei sonstigen Inhaltsstoffen zu beachten?

Beim Kauf von Kinderzahncreme sollten Sie nicht nur auf den Fluoridgehalt, sondern auch auf die weiteren Inhaltsstoffe achten. Tabu sind Zucker und süßende Stoffe, da sie Karies fördern. Schaumbildner wie Sodium Lauryl Sulfate (SLS) sollten ebenfalls nicht enthalten sein, da sie bei empfindlichen Kindern die Schleimhäute reizen können.

Berücksichtigen Sie weiterhin den RDA-Wert (Relative Dentin Abrasion). Dieser gibt an, wie abrasiv, also schleifend, eine Zahncreme ist. Für Milchzähne sollte dieser Wert niedrig sein, idealerweise unter 40, um den empfindlicheren Zahnschmelz nicht zu schädigen.

Zusätzliche Sicherheit bieten Zahncremes mit Prüfsiegeln von zahnmedizinischen Fachgesellschaften.

Fazit: Fluoridhaltige Zahncreme ab dem ersten Zahn

Die beste Zahncreme für Kinder ist eine altersgerechte, fluoridhaltige Zahncreme mit mildem Geschmack und niedriger Abrasivität. Bereits ab dem ersten Milchzahn sollte zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Zahncreme mit 1000 ppm Fluorid geputzt werden. Diese einfache Maßnahme ist die wirksamste Methode, um Kinderzähne vor Karies zu schützen.

Wenn Sie unsicher sind, welche Zahncreme für Ihr Kind am besten geeignet ist, oder Fragen zur optimalen Zahnpflege haben, sprechen Sie uns an. Unsere individuelle Beratung berücksichtigt die spezifischen Bedürfnisse Ihres Kindes und legt den Grundstein für ein Leben mit gesunden Zähnen.